Magnetisierungsformen Unter Beachtung der gegebenen Einschränkungen sind untenstehend die gebräuchlichsten Formen aufgezeigt.
Die Magnetwerkstoffen zugeordneten und dargelegten Eigenschaften gelten für idealtypische Geometrien. Bitte beachten Sie Einflußfaktoren, wie z.B. die Temperatur.
Magnetische Eigenschaften Die Beschreibung der magnetischen Eigenschaften eines Magnetwerkstoffes erfolgt über die Festlegung materialspezifischer, vergleichbarer Werte nach SI - Maßeinheiten. Ermittelt werden sie an Blöcken im Volumen zwischen 1 und 200 cm3. Zur Visualisierung der Ergebnisse einer Prüfung bedient man sich des zweiten Quadranten (Entmagnetisierungskurve) einer durch einen Permagraphen aufgezeichneten Hystereseschleife (in der Regel bei ca. + 20°C).
Bei Erstmagnetisierung eines Permanentmagneten wird durch Anlegen eines progressiv ansteigenden externen Magnetfeldes der Werkstoff in die Sättigung gebracht. Die nach Abschaltung des Feldes verbleibende Flußdichte im geschlossenen Kreis wird als Remanenz BR bezeichnet. Außerhalb des geschlossenen Magnetisierkreises fällt der Permanentmagnet auf der Entmagnetisierungskurve auf seinen geometriebedingten Arbeitspunkt. Bei optimaler Auslegung entspricht dieser dem (B x H)max. des Werkstoffs.
Im geschlossenen Kreis beschreibt der Magnetwerkstoff bei umgekehrtem Magnetisierungsfeld die erwähnte Kurve bis zur vollständigen Entmagnetisierung (Koerzitivfeldstärke). Die aufgezeigte Entmagnetisierungsstabilität wird als Koerzitivfeldstärke Hc (in kA/m) beschrieben. Das max. Produkt aus Flußdichte B und Feldstärke H mit der Kurzbezeichnung (B x H)max. stellt für die Anwendungstechnik, im Hinblick auf die nutzbare magnetische Leistung, einen aussagefähigen Wert dar.
Der geometrieabhängige Arbeitspunkt eines Permanentmagneten auf der Entmagnetisierungs - Kurve wird durch Anlegen einer L:D - Skala verdeutlicht. Weist die Kurve ein Knie auf, darf der Arbeitspunkt nicht die Gerade oberhalb des Knies verlassen. Durch angelegte Polschuhe bzw. Rückschlußbleche ergibt sich eine Verschiebung des Arbeitspunktes in Richtung des Br. max. auf der Arbeitsgeraden. Dies stabilisiert einen Magneten im Magnetsystem, z.B. bei ungünstiger Geometrie, hohen Temperaturen und Gegenfeldern hinsichtlich irreversibler Verluste.
Magnetisierung von Permanentmagneten Die Magnetisierung von Permanentmagneten erfolgt über z.B. Luftspulen oder Spulensysteme, die durch Impulsmagnetisierer mit Strom beaufschlagt werden. In seltenen Fällen ist eine Magnetisierung über Permanentmagnete oder - magnetsysteme möglich. Je nach Werkstoff und / oder Geometrie sind unterschiedliche Feldstärken notwendig, um eine Sättigung zu erzielen. Die Magnetisierung isotroper Werkstoffe ist in alle Geometrierichtungen möglich. Anisotropie setzt die Magnetisierung in Richtung der Vorzugsrichtung voraus.